Tennisgeschichten zum Jahreswechsel   
 
Ballberührung
 
Was glauben Sie: Wie lange berührt ein Ball während eines Schlages den Tennisschläger? Nun, weder eine halbe Sekunde noch eine viertel Sekunde. Nicht mehr als 0,005 Sekunden, fünf tausendstel Sekunden. 
 
Schläge pro Ballwechsel
 
Und noch eine Frage: Wie viel Schläge machen Sie durchschnittlich während eines Matches? Beobachter, Experten, Wissenschaftler oder auch Tennis-Freaks haben errechnet: Im Schnitt gibt es fünf Schläge pro Ballwechsel, sieben Punkte pro Spiel und zehn Spiele pro Satz. Die Rechner kommen inklusive Match-Tiebreaks auf 800 Schläge. Was unterm Strich zu einem Ballkontakt mit dem Schläger von 4 Sekunden pro Match führt. 
 
Ohne Ball auf dem Platz
 
Und noch zwei, drei Zahlen: In einem zweistündigen Match beträgt die tatsächliche Spielzeit rund 40 Minuten. Eine Stunde und zwanzig Minuten laufen Sie also auf dem Tennisplatz vorbereitend, den Ball holend oder grübelnd herum. Oder: Sie warten und warten auf den nächsten Aufschlag.
 
Größe der Erdbeere 
 
28 000 Kilogramm Erdbeeren und 7000 Liter Sahne werden durchschnittlich während der beiden Turnierwochen in Wimbledon verzehrt. Und Wimbledon wäre nicht Wimbledon, wenn es nicht auch dafür Regeln gäbe: Jede Erdbeere darf höchstens 12 bis 13 Gramm wiegen.
 
Der Kampfflieger
 
In Paris messen sich die weltbesten Tennisspieler auf den Sandplätzen von Roland-Garros. Doch Roland Garros war gar kein Tennisspieler, sondern ein bekannter französischer Kampfflieger, der kurz vor dem Ende des Ersten Weltkrieges abgeschossen wurde. Das Turnier wurde 1928 (10 Jahre nach seinem Tod) nach ihm benannt.
 
70.000 Tennisbälle
 
Aus 4.000 Kandidaten wählt die Roland-Garros-Organisation jährlich 250 Balljungen und -mädchen aus, die „ramasseurs de balles“. Während des kompletten Turniers sammeln sie insgesamt rund 70.000 Tennisbälle ein.
 
Wimbledon vorneweg
 
Wer das Neongelb der aktuellen Bälle nicht allzu sehr mag, der wird sich in die Vergangenheit zurückwünschen. Ausgerechnet Wimbledon zeichnet für die Einführung der gelben Bälle verantwortlich, als diese beim Turnier 1986 die vormals weiße Variante ersetzte.
 
Vom Touristen zum Triumphator
 
Die Geschichte des ersten Tennis-Olympiasiegers ist eine außergewöhnliche. 1896 fanden die Wettkämpfe in Griechenland statt und beinhalteten trotz der Popularität des Sports zu der Zeit nicht die besten Tennisspieler der Welt. Stattdessen wurde ein Ire zum Triumphator, nachdem er sich zurzeit zufällig in seinen Ferien in Griechenland aufgehalten hatte. John Pius Boland wurde von seinem griechischen Freund zum Turnier angemeldet und marschierte locker durch das Turnier. Im Anschluss gewann er mit seinem deutschen Erstrundengegner Friedrich Traun auch noch den Titel im Doppel. 1896 erhielten die Sieger im Übrigen kein Gold, sondern Silber für einen Erfolg.
 
Das „Mittelalter“ ist spitze
 
Die stärkste Gruppe unter den Vereinsmitgliedern im Deutschen Tennis Bund mit 1,4 Millionen Mitgliedern waren auch in 2021 mit 233.411 Mitgliedern die Herren der Altersgruppe 41-60 Jahre, dicht gefolgt von den Herren über 60 mit 226.352 Mitgliedern.  Die jungen Mitglieder (bis 18 Jahre) machen einen Anteil von knapp 26 Prozent an der Gesamtmitgliedschaft des Deutschen Tennis Bundes aus.
 
31 Doppelfehler – trotzdem gewonnen 
 
Die Russin Anna Kournikova sorgte stets mehr mit ihrem Aussehen für Furore, als mit Erfolgen auf dem Tennisplatz. So hält sie auch den zweifelhaften Rekord trotz unglaublicher 31 Doppelfehler nicht das Match zu verlieren. Bei den Australian Open 1999 gewann sie gegen Miho Saeki ungeachtet des schweren Handicaps noch das Match.
 
Aussichtslos und doch gewonnen
 
In der 3. Runde der French Open 1984 lag Henrik Sundström gegen Hans Gildemeister mit 2:6, 0:6, 1:5 und 15:30 bereits aussichtslos zurück. Alles sah nach einem deutlichen Erfolg des Chilenen Gildemeister aus. Doch dann startete der Schwede eine nicht mehr für möglich gehaltene Aufholjagd und gewann sensationell die Sätze drei bis fünf mit 7:5, 6:3 und 6:4.
 
 
Guter Charakter 
 
Tennis spielen fördert positive Charaktereigenschaften wie Geselligkeit, Konzentration, Konkurrenzfähigkeit, Spontaneität, Abenteuerlust, Kreativität und Durchsetzungsvermögen stärker als andere Sportarten,  z.B. Laufen, Bodybuilding, Golfen, Inlineskaten und Skilaufen.
 
Kopf hoch 
 
Im Gegensatz zu bisherigen Annahmen äußern sich Verlierer beim Tennis nonverbal stärker als Gewinner. Verlierer führen mehr spontane nonverbale Kopfbewegungen nach Punktverlust aus als nach Punktgewinn. Die nonverbalen Kopf-Bewegungen werden nach oben sowie seitwärts, Kopfschütteln, ausgeführt.
 
728 Kalorien 
 
Tennis ist eine Sportart, die sowohl Oberkörpermuskulatur als auch Beine trainiert. Da die Spieler über das gesamte Spielfeld laufen müssen, ist der Fitnessfaktor sehr hoch, außerdem werden durch das schnelle Abbremsen und die erforderlichen Sprints die Beine stark belastet. Eine Stunde Tennis  bedeutet einen Verbrauch von 728 Kalorien.
 
 
Beate Uhse? Nein danke! 
 
 
Die Flensburgerin Beate Rotermund galt einst als „Grande Dame der Erotik“, als „Liebesdienerin der Nation“ oder als Lust-Macherin. Besser bekannt war Rotermund als Beate Uhse. Die Chefin eines Sex-Konzerns war höchst umstritten und musste sich in so manchem Prozess wegen Verbreitung von unzüchtigen Schriften und Gegenständen verteidigen. 
Eines Tages verspürte Beate Uhse Lust auf Tennis. Ein Mitglied des Flensburger TC, sozusagen ihrem Heimatverein, empfahl dem Vorstand die Aufnahme von Beate Uhse. Als dieses Mitglied auf der Anlage spielte und gleichzeitig der Vorstand tagte, wurde es vom Vorstand zum „Rapport“ zitiert. Das Match musste unterbrochen werden. Ein Oberstaatsanwalt, gleichzeitig Vorstandsmitglied, befragte den „Uhse-Förderer“ empört, wie man diese Frau nur für eine Mitgliedschaft empfehlen könne. Unmöglich. Der Aufnahmeantrag von Beate Uhse wurde abgelehnt. Besagter Oberstaatsanwalt, der bis dahin alle Prozesse gegen Beate Uhse verloren haben soll, war zufrieden. Zufrieden war später auch der Tennisclub Glücksburg, der Beate Uhse aufnahm. Sie förderte den Club und wurde Ehrenmitglied. Beate Rotermund-Uhse starb 2001 im Alter von 81 Jahren. 


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